Australian Shepherd Grooming

Der Aussie ist ein Arbeitshund und sein Standard beruht auf Funktionalität und Arbeitseigenschaften. Möchte man seinen Hund ‘aussiegerecht’ groomen, sollte das seine natürliche Erscheinung nicht wesentlich verändern. So ist ein modellieren der Aussenlinien unnötig und einfach zuviel des Guten, kommt aber vor allem in der europäischen Showszene immer mehr in Mode. Der Aussie sollte gepflegt aussehen, aber nicht modelliert!

Nach amerikanischen Vorbild werden beim Grooming vor allem übermässige und abstehende Haare an den Ohren, Läufen und Pfoten gekürzt.

Werkzeug:

Es gibt Unmengen an Groomingprodukten, für den Anfang genügen aber ein paar Produkte völlig. Ich beschränke mich hier daher auf die Produkte, die zum Grooming ohne waschen nötig sind:

Von links nach rechts: Effilierschere, Pfotenschere (alternativ auch normale Fellschere), Slicker Brush, Kamm für Unterwolle – mehr benötige ich für ein ‘trockenes’ Grooming nicht.

Grooming

Pfoten:

Beginnen wir mit den Pfoten. Hier benötigen wir die Slicker brush, die Effilierschere und die Pfotenschere. Wir beginnen damit die Haare auf den Pfoten mit der Slickerbrush entgegen der Wuchsrichtung zu kämmen, das holt die langen Haare zwischen den Zehen hervor. Diese Haare werden mit der Effilierschere gekürzt. Das wird mit allen abstehenden langen Haaren an jeder Pfote wiederholt.

 

Unter den Pfoten werden überstehende Haare zwischen den Ballen gekürzt. Das geht sehr gut mit einer gerundeten Pfotenschere, aber auch mit einer normalen Fellschere. Ich rasiere das Fell unter den Pfoten mit einem elektrischen Rasierapparat ab, das geht schneller. Die Hunde sollten das allerdings gewohnt sein und nicht gestresst auf den Rasierer reagieren.

 

Krallen:

Je nach dem ob der Hund oft auf festen Untergrund läuft oder nicht, laufen sich die Krallen mehr oder weniger ab. Bei einigen Hunden ist es nötig die Krallen regelmässig zu kürzen. Dazu können übliche Krallenzangen benutzt werden. Bei weissen Krallen ist sehr schon zu sehen bis wohin man schneiden kann. Wer sich unsicher ist, nimmt zuerst ganz wenig von der Kralle weg oder lässt sich das kürzen vom Tierarzt zeigen.

Schneidet man Krallen länger nicht und möchte kürzen, so sollte man besonders vorsichtig kürzen. Das ‘Leben’ (der durchblutete Teil der Kralle) erweitert sich ebenfalls mit der Kralle und ist dann auch weiter vorn in der Kralle zu finden. Hier können schnell Verletzungen entstehen. Die Kralle muss erst mehrfach in kleinen Schritten gekürzt werden, damit der durchblutete Teil sich langsam zurückziehen kann.

 

Fesseln:

Die Haare an den hinteren Fesseln werden leicht gekürzt. Damit kann auf Ausstellungen die Winkelung der Fesseln besser beurteilt werden. Im Alltag kann es auch ganz praktisch sein, da so weniger Schmutz hängen bleiben kann.

Hacken Befederung:

Die Befederung an den Hacken wird auf eine Länge gebracht und leicht (!) gekürzt. Wie viel hier entfernt wird, sollte je nach Situation entschieden werden. Möchte ich meinen Aussie für eine Ausstellung groomen, bringe ich die Befederung auf eine Länge und je nach Länge kürze ich ein wenig. Bitte nicht zu viel entfernen, die Befederung an den Hacken sollte nicht so kurz sein wie das restliche Fell am Fuss. Wenn ich die Hackenbefederung vor allem für den Alltag groomen möchte, dann kann natürlich gern etwas mehr ab. Das ist praktischer und so wird weniger Schmutz mit in die Wohnung getragen.

 

Ohren:

Die Ohren gehören zu den schwierigeren Region beim Grooming, da je nach Ohrenstellung anders geschnitten werden muss. Grundsätzlich werden die überlangen Haare auf und unter den Ohren gekürzt. Ich empfehle an den Ohren nur mit der Effilierschere zu arbeiten. Geschnittenes Ohrenfell sollte niemals stufig aussehen, sondern möglichst natürlich! Ich beginne damit, das Fell auf und hinter dem Ohren gut durchzukämmen und anschliessend nach oben zu kämmen. Dann kürze ich die übermässig langen Haare mit der Effilierschere. Anfänger sollten zwischendurch das Fell immer wieder runter kämmen und in natürlicher Ohrenstellung des Hund überprüfen wie viel bereits entfernt wurde. Dann kann gegebenenfalls nachgeschnitten werden. Bitte darauf achten nicht zu viel Fell zu entfernen, die Ohren sollen natürlich wirken.

Ein sehr gutes Video zum schneiden der Ohren gibt es von Heidi Mobley: Youtube Video

 

Rute:

Bei kurzen Ruten wird die Partie rund um die Rute ebenfalls von abstehenden, überlangen Haar befreit – ob natürlich oder als sogenanntes ‘Smileyface’, ist Geschmackssache.

Die lange Rute kommt in Amerika üblicherweise nicht vor, also hat sich hierzulande bereits eine ganz eigene Groomingpraxis für Ruten entwickelt. ;-) Wie weit man dabei geht ist jedem selbst überlassen. Ich entferne bei einzelnen übermässig langen Haaren nur die Spitzen mit der Effilierschere. So fällt kaum auf das geschnitten wurde und auch die Rutenhaare sehen gepflegt aus. Das schneiden der Rutenhaare mit einer Fellschere auf eine Länge – wie das oft bei Golden Retrievern gemacht wird – empfehle ich nicht. Das wirkt schnell unnatürlich.

Körper:

Am restlichen Körper schneide ich: NICHTS! ;-)

Die Aussenlinien des Hundes bleiben natürlich, so schneide ich weder die untere oder obere Linie (unterm Bauch, auf dem Rücken), noch an den Hosen oder den Haaren rund um den Kragen. Zumindest nicht für die Show! Ist mal keine Show geplant, dann schneide ich auch mal ein paar Spitzen an den Hosen, einfach weil es praktisch ist. Einige Hunde bekommen mit dem Alter auch ein extrem langes Brust und Bauchhaar, so das es nur noch knapp über dem Boden hängt. In diesem Fall kann es schon sinnvoll sein mit einer Effilierschere nachzuarbeiten.

 

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